Ein SAFT basiert auf dem Modell des „Simple Agreement for Future Equity“ (SAFE), das in der Startup-Szene in Liechtenstein bereits grossen Anklang gefunden hat.
Anstatt einer Beteiligung am Unternehmen erhält der Investor beim SAFT aber Token (Kryptowerte). Aus diesem Grund werden SAFTs auch regelmässig zur Finanzierung der Entwicklung von Blockchain-basierten Projekten eingesetzt.
In diesem Blogbeitrag geben wir einen praxisnahmen Überblick über das SAFT in Liechtenstein, seine Vorteile und Risiken und warum Liechtenstein eine ideale Jurisdiktion für ein SAFT ist.
1. Was ist ein SAFT?
Vereinfacht gesagt handelt es sich beim SAFT um eine Vereinbarung zwischen einem Investor und einem Start-up, in der der Investor jetzt Geld bereitstellt, im Gegenzug aber nicht sofort Token erhält. Stattdessen verspricht das Start-up, dem Investor in der Zukunft Token auszugeben, wenn das Projekt erfolgreich realisiert ist und die Token generiert werden.
2. Welche Vorteile bietet ein SAFT?
Ein SAFT bietet im Wesentlichen die folgenden Vorteile für das Start-up:
- Schnelle Kapitalbeschaffung: das Start-up hat das Kapital sofort verfügbar, ist jedoch erst nach der Generierung der Token dazu verpflichtet diese an den Investor zu übertragen.
- Kein Rückzahlungsanspruch: Das Start-up treffen keine Rückzahlungsverpflichtungen hinsichtlich des investierten Kapitals.
- Flexibilität bei der Token-Ausgabe: Ein SAFT ermöglicht es Startups, den Zeitpunkt der Token-Ausgabe zu steuern und sicherzustellen, dass die Token erst dann ausgegeben werden, wenn das Projekt ausreichend entwickelt ist.
- Standardisierung: Durch die Standardisierung eines SAFT kann dieses für eine Vielzahl von Investoren in gleicher Form verwendet werden. Das spart Zeit und Kosten bei der Verhandlung dieser Verträge mit den Investoren.
- Bessere Konditionen für Investoren: Die Investoren können sich durch den Abschluss des SAFT bereits jetzt einen günstigeren Preis für die zu entwickelnden Token (Kryptowerte) sichern, als spätere Investoren.
3. Welche Risiken beinhaltet ein SAFT?
Obwohl ein SAFT viele Vorteile bieten, gibt es auch Risiken.
Investoren sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie in ein Projekt investieren, das sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Es besteht das Risiko, dass das Projekt nicht erfolgreich ist und die Token nie ausgegeben werden. Dies kann zu einem Totalverlust des Investments führen.
4. Benötige ich ein Kryptowerte-Whitepaper nach MiCAR bei einem SAFT?
Nach der MiCAR muss jeder, der im EWR einen Kryptowert (Token) öffentlich anbietet oder zum Handel auf einer Handelsplattform für Kryptowerte zulassen möchte, ein Kryptowerte-Whitepaper erstellen und veröffentlichen.
Ein SAFT begründet im Regelfall kein solches öffentliches Angebot, sondern eine individuelle Vereinbarung zwischen einem Investor und einem Start-up. Aus diesem Grund ist bei einem SAFT im Regelfall kein Kryptowerte-Whitepaper erforderlich.
5. Warum Liechtenstein die ideal Jurisdiktion für ein SAFT ist?
Liechtenstein hat sich früh als einer der Vorreiter in der Regulierung von Blockchain-Technologien etabliert. Mit dem im Jahr 2020 in Kraft getretenen „Token- und VT-Dienstleister-Gesetz“ (TVTG) bietet Liechtenstein neben den aufsichtsrechtlichen Regelungen zur Registrierung als VT-Dienstleister vor allem auch einen zivilrechtlichen Teil.
Diese zivilrechtlichen Regelungen schaffen eine bislang einzige Rechtssicherheit bei der Übertragung von Token (Kryptowerten) und damit ein rechtliches Rahmenwerk für die Ausgabe und den Handel von Token. Das TVTG schafft daher nicht nur Rechtssicherheit für Unternehmen, die Token ausgeben möchten, sondern schützt auch die Interessen der Investoren.
6. Fazit
Ein SAFT (Simple Agreement for Future Token) bietet eine flexible Möglichkeit zur Finanzierung von Blockchain-basierten Projekten in Liechtenstein. Durch die innovative Kombination von sofortiger Kapitalbeschaffung und der zukünftigen Ausgabe von Token profitieren sowohl Startups als auch Investoren.
Gerne beraten wir Sie, als Start-up oder Investor, bei der Auswahl der optimalen Struktur des SAFT, dessen Erstellung, Verhandlungen sowie Umsetzung.
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